Im Zuge einer technischen Untersuchung wurde ein Schmorschaden an einem Heizelement für die Kabinenheizung eines Personenzuges analysiert, der sich im Bereich einer elektrischen Leitung sowie einer elektrischen Anschlussstelle/Kontaktierung gezeigt hat. Das betroffene Bauteil wurde zur Begutachtung übermittelt und anhand von Aufbau, Kontaktstellenkonstruktion und Schadensbild systematisch bewertet; ergänzend wurden Vergleichsfälle bzw. weitere, gleichartig aufgebaute Bauteile in die Beurteilung einbezogen.
Die Auswertung der stärkst geschädigten Einheit ergab als plausibles Schadensszenario einen erhöhten Übergangswiderstand an einer Verschraubung eines Heizwiderstands. In diesem Bereich war eine Kontermutter nicht vorhanden bzw. nicht nachweisbar montiert, wodurch es zu einem Winkelversatz der Leiterbrücke und damit zu ungünstigen Kontaktbedingungen gekommen sein dürfte. In der Folge kam es zur lokalen Hitzeentwicklung, wodurch die Isolierung einer nahegeführten Versorgungsleitung aufschmolz und ein Kurzschluss entstand.
Zur Plausibilisierung wurde ein Versuch durchgeführt: Bei einer simuliert lockeren Kontaktstelle (nicht festgezogene Befestigungsmutter) und unter Vibrationseinwirkung zeigten sich Funkenbildung und deutliche Hitzeentwicklung im Bereich der Kontaktierung. Insgesamt wurde festgehalten, dass das Schadensgeschehen multifaktoriell zu bewerten ist – unter anderem mit möglichen Einflüssen durch unzureichende Kontaktierungen, Feuchtigkeitseintritt sowie die ungünstige Leitungsführung zwischen den Kontaktstellen. Als Folgemaßnahmen wurden konstruktive Anpassungen (Kontaktstellen/ Druckverteilung, zusätzliche Kühlung, sichere Leitungsführung, Abdichtung gegen Feuchte), Schutzmaßnahmen (Überstrom-/Übertemperaturschutz) sowie Qualitätssicherung in der Montage (Drehmomentkontrolle, Messung/Prüfung der Kontaktstellen, Probeläufe) empfohlen.