Oberflächenveränderungen an Nutzfahrzeugen nach Waschchemie-Einsatz: Befund, Tests und Handlungsempfehlungen

Referenzen

Über das Projekt

Unsere Leistungen

Im Rahmen eines Schadenfalles wurde unser Büro von einem Versicherer mit der technischen Klärung von streifenförmigen Veränderungen an lackierten und teilweise ausgeblichenen Kunststoffbauteilen mehrerer Nutzfahrzeuge einer Spedition beauftragt. Die betroffenen Fahrzeuge waren zuvor im regulären Waschprozess gereinigt worden; als mögliche Ursache stand ein eingesetztes alkalisches Reinigungsmittel im Verdacht. Bei der Befundaufnahme wurden die Schadensbilder dokumentiert und mit dem Auftraggeber sowie dem Betrieb die Einsatzbedingungen (u. a. Mischungsverhältnis, Einwirkzeiten, Applikationsart) erhoben.

Zur Ursachenabklärung wurden praxisnahe Vergleichsversuche durchgeführt: Das Reinigungsmittel wurde sowohl an unkritischen Referenzoberflächen als auch an bereitgestellten Originalbauteilen des Betriebes in unterschiedlichen Konzentrationen und Einwirkzeiten appliziert und anschließend hinsichtlich Rückständen, Oberflächenveränderungen und Reinigbarkeit beurteilt. Ergänzend erfolgte eine chemische Untersuchung zweier Proben durch ein externes Universitätsinstitut, um Zusammensetzung und Konzentrationsunterschiede objektiv zu verifizieren. Die Ergebnisse zeigten, dass bei korrekter Anwendung keine bleibenden Schädigungen an intakten Lackoberflächen nachweisbar waren, jedoch bei deutlich überhöhter Konzentration optische Veränderungen auf bereits vorgealterten bzw. ausgeblichenen Lackschichten reproduzierbar auftraten. In der Gesamtschau wurde als wesentlicher Einflussfaktor ein nicht produktkonformes Mischungsverhältnis (Überkonzentration) in Kombination mit vorgeschädigten/ausgebleichten Lackoberflächen festgestellt; daraus wurden konkrete Empfehlungen für die Prozessumstellung (Mischung, Kontrolle, Anwendung) zur Vermeidung künftiger Fälle abgeleitet.