Im Rahmen einer Brandschadenuntersuchung wurde ein Test-/Versuchsfahrzeug begutachtet und die Brandursache anhand der Hergangsschilderung sowie der Befundaufnahme am Brandobjekt bewertet.
Laut Angaben des Fahrers traten während eines Slalomtests Rauchentwicklungen aus dem mittleren bzw. rechten Gebläsekanal auf. Nach dem Anhalten und dem Öffnen des Handschuhfaches waren bereits Flammen im Bereich des Handschuhfaches sichtbar; der Fahrer vermutete den Brandbeginn im rechten vorderen Bereich des Handschuhfaches bzw. darunter.
Bei der Besichtigung zeigte sich ein großflächiger, intensiver Brandschaden mit vollständig ausgebranntem Fahrzeuginnenraum. Die Innenausstattung war irreparabel zerstört; Dach und Kabinenrahmen waren infolge der Hitzeeinwirkung leicht verzogen. Zum Brandzeitpunkt waren verschiedene Messeinrichtungen installiert; Leitungen wurden unter anderem zwischen Tür und Türrahmen verlegt, wobei Quetschstellen erkennbar waren. Eine in der Versorgungsleitung integrierte 100-A-Sicherung war ausgelöst.
Als maßgeblicher Befund ergab sich der Bereich des Sicherungskastens im rechten Fußraum an der A-Säule: Dieser befand sich im Hauptbrandbereich nahe dem Bodenblech. Im Bereich der 12-V-Stromversorgung wurden starke thermische Spuren festgestellt. An der Verschraubung der Pluszuleitung (Kabelöse an Kupferleiste) zeigten sich Verschmelzungen und Lot-/Schmelzspuren, wie sie typischerweise bei einer mangelhaften Kontaktstelle mit erhöhtem Übergangswiderstand auftreten. Dies führt zu Verlustleistung und lokaler Wärmeentwicklung und kann brandauslösend wirken.
Auf Basis der Gesamtschau ist mit sehr großer Wahrscheinlichkeit von einer Brandentstehung im rechten Fußraum im Bereich des Sicherungskastens auszugehen. Als wahrscheinlichste Ursache wird eine unzureichende bzw. mangelhafte elektrische Schraubverbindung an der 12-V-Zuleitung (Kabelöse zur Kupferleiste) bewertet, wodurch es zu Überhitzung und in weiterer Folge zur Brandauslösung kam.